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Habe mich vor längerer Zeit mal ein bisschen schlau gemacht über unser Hobby das Line Dancing.
Habe einen Bericht von dem Australier David Powell gefunden und einiges davon ist sehr interessant.Hier einige Ausschnitte des Berichts, hoffe es interessiert Euch:
Viel Spaß beim lesen! Gruß Anna
Er schreibt:
Eine allgemeingültige Definition von Linedance zu finden ist nahezu unmöglich.
Diejenigen unter uns, die Linedance betreiben wissen natürlich was Linedance ist(hoffentlich!),aber eine endgültige Definition ist mir bislang noch nirgendwo begegnet.
Linedance ist eine choreographierte Form des Gesellschaftstanzes , zusammengesetzt aus einer sich wiederholenden Abfolge von Schritten, die gemeinsam von einer Gruppe von Tänzern ausgeführt wird, die in einer oder mehreren Linien nebeneinander stehen.
Kenner unterscheiden von Bühnentanz und Gesellschaftstanz, heute , wo Linedance eine etablierte Tanzform geworden ist, gibt es viele Vertreter, die in einer art und Weise tanzen, die man nur noch als Bühnentanz bezeichnen kann..
Auch Line Dance Turniersport ist unbestreitbar eher Bühnen – als Gesellschaftstanz – erstens weil nur wenige Tänzer vor den Zuschauern stehen (manchmal ist es sogar nur ein einziger Solotänzer) und zweitens ist der Schwierigkeitsgrad sehr hoch.
Die Betonung auf Gesellschaftstanz ist, dessen ungeachtet , dennoch wichtig, weil es Formen des Bühnentanzes gibt , die zwar in Linien nebeneinander getanzt werden, die man aber trotzdem nicht dem Linedance zurechnet.
Obwohl Linedance augenscheinlich vom Volkstanz abstammt, gilt Linedance nicht als Volkstanzform, schon weil Linedance zu jung dafür ist.
Sieht man von Tags Phrasing und Restarts ab,( und viele würden gerne ganz davon absehen) heißt Linedance die fortlaufende Wiederholung einer Zahl von Schritten während der gesamten Dauer des Musikstücks.
Die Anzahl von Schritten, erstreckt sich in der Regel über 32,48 oder 64 Schläge der Musik, jede Wiederholung ist mit der vorherigen indentisch.Diese Wiederholung unterscheidet den Linedance von vielen anderen Tanzarten die auf einer Linie getanzt werden.
Linedance kam in den USA auf, deshalb sind wohl die Volkstänze derjenigen die dorthin einwanderten, die man als Wurzeln des Linedances betrachten kann. Obwohl die Tänze der Polynesier eine bemerkenswerte Ähnlichkeit mit dem Modernen Linedance aufweisen, ist es doch eher unwahrscheinlich dass es eine direkte Verbindung gibt. Obwohl eine Verbindung unbewiesen ist , soll darauf hingewiesen werden das auch die Indianer Tänze hatten , wo die Tänzer in Linien aufgestellt waren, wenn auch die meisten Kreistänze waren. Zwar ist es wohl unmöglich einen Beweis dafür oder dagegen zu finden, doch ist es möglich, dass einige dieser indianischen Linedances auch zur Entstehung des heutigen Linedance beigetragen haben.
Mitte de 19. Jahrhundert hatte sich erkennbar amerikanischer Tanzstil im Westen und dem mittleren Westen der Vereinigten Staaten als Country & Western Dance entwickelt. Diese neue Tanzform verleibte sich Schritte und Muster der älteren Volkstänze , verändert durch den Zeitgeschmack und mit vereinfachter Fußarbeit , ein.
Wie die Volkstänze von denen sie abgeleitete wurden, gab es C&W Dances sowohl als Kreis-, wie auch als Reihentänze, vor allem Partnertänze. Hier sollte man anmerken das wenn auch in vielen Teilen der Welt Linedance keine Partnertanzanteile aufweist, in den USA fast 1/3 der Linedances auch als Partner
Dances getanzt werden.
In den USA gehören „Partner Linedance „ zur Szene, ich setze Partner Linedance in Anführungszeichen weil sie zwar nach enger Definition keine Linedances sind aber in der Linedance Szene getanzt werden.Viele davon werden nicht einmal in Linien getanzt, so dass sie wirklich anderen Tanzformen zugerechnet werden sollten.
Das klassische Beispiel für einen kreisförmigen Partner Linedance ist der“ Barn Dance „ ursprünglich „Old French Dance“ genannt, der vermutlich von einem älteren Volkstanz über die Square Dance Szene abgeleitet wurde.
Bei Anbruch der 1980 er ,waren bestimmte Linedances schon ein paar Jahre bekannt. Dennoch waren es die frühen 80er wo die Geburt de Linedances wie wir es heute kennen, geschah. 1980 choreographierte Jim Ferrazzano den „Tush Push“,der heute einer der bekanntesten Linedances ist. Er wurde jedoch ursprünglich zu Big Band Musik der 40er Jahre geschrieben. Er war der erste choreographierte Linedance (im unterschied zu den auf der Tanzfläche entwickelten) Ebenfalls choreographierte Jimmie Ruth Withe in Texas ,“The Four Corners“ , die beiden ersten anerkannten Linedances.
Während sie in der Orginalform Square Dances waren wurden sie schnell zu Lindances gemacht, Sie wurden also aus der Western & Country Szenen heraus entwickelt und auffällig genug, auch zu Country Musik getanzt.
Viele Tänze wurden an Country Musik angepasst und bekamen neue Namen, im Besonderen gefördert durch das erscheinen des Kinofilms „Urban Cowboy“ mit John Travolta, in den frühen 80ern.
Bill Bader sagt zur Geburt des Linedances :
„ Linedance Geschichte ist wie Menschheitsgeschichte- Es gibt die Vorgeschichte und dann folgt die geschriebene Geschichte. Linedances wahre Geschichte beginnt mit den ersten niedergeschriebenen Tänzen. Und das ist , wie allgemein bekannt , in den 1970ern geschehen, es sei denn jemand legt ältere Belege vor. Und das ist immer die Aufgabe der Geschichtsschreibung……abgesehen davon Mythos von Wahrheit trennen.“
Angesichts der facettenreichen Entwicklung des Linedance bis Mitte der 90er Jahre, überrascht es nicht, dass Linedance sich zunehmend auch wieder anderen Musikrichtungen zuwandte. Dies auch schon weil Linedance den Markt der Country Musik Anhänger schon erschöpft hatte und mit dm Niedergang des Achy Breaky Heart Hypes neue Märkte gefunden werden mussten. Dazu kam, dass das können der Choreographen zu nahm und damit auch die Experimentierfreude wuchs, sich auch in anderen Musikrichtungen zu versuchen, statt ewig bei den gerade aktuellen Country Songs zu bleiben. Aus welchem Grund auch immer, letztlich wurden immer mehr Linedances zu Non Country Musik geschrieben. Dieser Trend weg von der Country Musik hat die Puristen reichlich Stöhnen und Murren lassen, die offenbar vergaßen (oder es nie wussten) das Linedance in den frühen 90ern dm Country zuzurechnen war. In den 80ern war es nämlich viel wahrscheinlicher, dass ein Linedance zu einem Pop als zu einem Country Song getanzt wurde.
Der Wechsel zu Non Country Musik war ziemlich allgemein, trotzdem gibt es Unterschiede von Region zu Region. In einigen Weltgegenden erwies sich Linedance als bemerkenswert immun gegen Non Country Musik. Anderswo jedoch, besonders im vereinigten Königreich, hat sich Country dafür schon völlig vom Linedance getrennt. Im England unserer Tage werden mindestens 95 % der Tänze zu Non Country Musik getanzt und die Traditionelle Country Linedance Kleidung sieht man so gut wie selten wie ein sechser im Lotto(im Durchschnitt jedenfalls .Es gibt Lokale die spielen durchaus auch Country, andere dafür überhaupt nie)
Man kann sagen dass hier in Australien, die Tänze, die sich am längsten halten diejenigen sind, die zu Country Musik getanzt werden.
Es stimmt das manche die in den 90ern zum Linedance kamen wegen der Verbindung zur Country Musik, diese Leute waren meist Country Fans (und sind es meist heute noch). Niemand kann wirklich bestreiten, das viele aus dieser Country Fraktion nicht glücklich damit sind , dass Linedance zur Pop Musik zurückkehrt und viele von ihnen haben mit den Füßen abgestimmt, sie haben aufgehört. Es ist, da bin ich sicher, der Einfluss der Non Country Musik Fans die Linedance von Country wegbewegt haben.
Nach allem was bisher gesagt wurde, Linedance war und bleibt am beliebtesten in den USA- er kam von dort – und in den USA ist Country Musik der Mainstream, nicht Rock oder Pop. ich spreche hier allerdings nicht von Plattenverkaufszahlen sondern auch von dem, was die Leute halt so hören. Fährt man durch sie USA sind die meisten Radiosender Country Musik Sender. Bedenkt man wie populär diese Musik in den Staaten ist und das Linedance dort beliebter ist als irgendwo anders, sehe ich in der nahen Zukunft keinen Wechsel des Linedance Erscheinungsbildes ( heißt Non Country Stil) und ich glaube auch nicht , dass das so erstrebenswert wäre wie die Befürworter denken. In anderen Ländern, wie z.B. England, wo es nur eine Handvoll Country Musik Fans gibt, und wo Linedance fast ausschließlich Non Country ist, sieht es anders aus.
Aber in absoluten Zahlen gibt es in den USA weit mehr Linedancer als in England
( Gott sei Dank!!!! Kommentar von Anna)
Fast sicher war es in erster Linie „Urban Cowboy“ in den frühen 80ern und vor allen Dingen „Achy Breaky Heart“ 1982, die Linedance öffentlich bekannt gemacht haben.
Mit dem vergehen von Achy Breaky Heart Faktors hat sich auch das Outfit geändert. In den 80ern war Linedance viel zu neu um einen eigene Kleiderordnung zu haben. Während des Booms in den 90ern wurde es aber üblich Westernkleidung zu tragen. Wohin man ging fand man Westernhemden, Buckles, Cowboystiefel, Hüte und Fransen.
Dieser Trend ist heute in vielen Weltgegenden ausgestorben, obwohl es das in ländlichen Gegenden schon noch gibt.
Sogar in den großen Städten findet man ab und zu noch Hut und Stiefel obwohl die Jazzsneakers auf dem Vormarsch sind. Falls sie sich fragen…………..ich gehöre zur „Hut und Stiefel“ Truppe
Was den beliebten Mythos betrifft, Linedance käme aus dem „Wilden Westen“ des 19ten Jahrhunderts, das ist halt ein Mythos. Die Weißen dieser Zeit haben getanzt – manche jedenfalls (gerade so wie heute). Einige Schritte würden Lindancern heute sogar bekannt vorkommen, aber das sind halt Schritte, die allen Tanzformen aller Zeiten gemeinsam sind. Es ist Tatsache, das was im Wilden westen dem Linedance noch am ähnlichsten war, waren die Tänze der Indianer.
Eine andere Entwicklung die man beobachtet ist, dass neue Tänze immer schwieriger werden. Tänze die vor 5 – 10 Jahren als „Advenced “ bezeichnet worden wären gelten heutzutage allenfalls noch als „ Intermediated „ . Jedes Jahr kann man sehen wie die anspruchsvolleren Tänze an Komplexität und Schwierigkeit zunehmen. Tänze von denen es noch vor ein paar Jahren hieß, sie seien nur für Turniertänzer machbar sieht man heute auf jedem Tanzboden. Tatsächlich haben es viele EX – Wettkampftänze ins allgemeine Repertoire gebracht. Diese Entwicklung wird in England und Australien besonders deutlich und geht mit einem Bündel an Vor- und Nachteilen einher. Der eindeutigste Vorteil ist, dass das eine fortgesetzte Herausforderung für die Fortgeschrittenen und Experimentierfreudigeren Tänzer bedeutet. Ein fortgesetztes Wachstum – und Wachstum ist insgesamt Voraussetzung für das weitere Überleben. Mit dem Anstieg der Schwierigkeit wird Linedance immer professioneller. Natürlich nur im Hinblick auf sein Erscheinungsbild nicht im Hinblick auf Bezahlung. Der Vorteil an der Sache ist, je professioneller eine Tanzform wird umso besser kann sie sich halten. Die Kehrseite ist, dass es für Anfänger immer schwere wird mitzukommen (so ergeht es übrigens auch Tänzern die nicht herausgefordert werden wollen) und Leute die überhaupt erst einsteigen wird es noch schwerer fallen. Das alles unterstreicht die Notwendigkeit echte Anfängerkurse durchzuführen und sich auch um diese Tänzer zu kümmern – schließlich erwachsen aus diesen Reihen später die erfahrenen Tänzer.
Solange die Choreographen immer schwierigere Tänze schreiben und die Tänzer immer noch raffiniertere Tänze verlangen wird die Polarisierung weitergehen. Man fragt sich ob die irgendwann zu zwei verschiedenen Linedance - Lagern führt – die Anfänger/Partytänzer, die nur Oldies und ein paar neue Anfängertänze tanzen und die „Hardcorefans“ die dann schon eher Vorführungs- – oder Bühnentänzer wären? Diese Polarisation prägt auch das Bild in anderen Tanzformen wie Standart /Latein, Ballet, Stepptanz, Tango ect. Unzweifelhaft ist Linedance auf dem gleichen Wege. Man sieht das schon heute am wachsenden Unterschied zwischen Linedance als Freizeitbeschäftigung und Linedance als Turniersport. In den 90ern waren Wettkämpfe noch dasselbe wie Freizeittänze – halt nur ein wenig besser. Heute gibt es einen riesen Unterschied, nicht so sehr in den Tanzschritten sondern im Vortrag. Turniertanz ist, in einem Wort, professionell geworden. Das hat Linedance den Respekt verschafft, den es früher nicht hatte, dafür wird aber Turniertanz immer uninteressanter für die Freizeittänzer.
Zusammenfassung und Anmerkungen
Wie lange gibt es Linedance schon? Das hängt davon ab wie eng man die Sache sieht. Im allerweitesten Sinne gab es seit hunderten oder gar tausenden von Jahren Tänze die auf heutige Linedance - Tanzflächen passen könnten. Immerhin war tanzen teil der menschlichen Kultur lange bevor wir anfingen Geschichte niederzuschreiben und einige dieser uralten Tänze weisen Elemente moderner Linedances auf. In jüngerer Zeit kann man Linedance zurückführen auf mittelalterliche Reihenvolkstänze. In den USA des 19ten Jahrhunderts gab es Leute, die in Linien getanzt haben aber das waren Contra Dances die sich von Linedance deutlich unterscheiden. In den 1940ern begann Contra Dance sich aufzufächern( ein paar gibt es heute noch) – einige der Contra Dances die in den 1940ern auftauchten waren dem Linedance schon recht ähnlich. Man könnte sagen die wären die ersten Linedances gewesen obwohl ich vorziehe sie als „ Missing Links „ zwischen Linedance und Contra Dance zu sehen. In en 1970ern wurde der nächste Schritt Richtung Geburt von Linedances unternommen mit dem auftauchen der „Disco Line Dances“, wie Bus Stop. Waren das Linedances? Man könnte sagen Ja und Nein. Einerseits wurde Linedance geboren, als die Bezeichnung Linedance aufkam. Nur wann das passierte und wer das als erster tat, das weiß man nicht genau.
Als 1980 der Tush Push choreographiert wurde gab es Linedance jedenfalls
Die ist der erste bekannte Tanz ohne jeden Zweifel ein Linedance ist. Demzufolge wäre das, was meiner bescheidenen Meinung nach, das Jahr der Geburt von Linedance – 1980. Ja, es gibt ältere Tänze, die wir heute Linedances nennen, aber als sie erfunden wurden kannte man sie als Contra Dances und auch wenn Linedance als Sonderform des Contra Dance betrachtet werden kann, dann doch als eine eigene Identität entwickelt hat und selbstständig geworden ist.
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